Natur vor unserer Haustüre

Die Natur beginnt nicht erst ausserhalb der Städte. Mitten im Siedlungsraum leben Vögel, Insekten, Amphibien und viele andere Wildtiere. Die meisten von ihnen bleiben unbemerkt, weil sie nachtaktiv sind oder uns im Alltag nicht auffallen. Doch Igel, Wildbienen, oder Fledermäuse leben direkt vor unserer Haustüre, sofern sie Lebensräume vorfinden. Solche naturnahen Grünflächen sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern wirken sich auch direkt auf uns Menschen aus und steigern unser Wohlbefinden. Bäume spenden Schatten und kühlen das Stadtklima, unversiegelte Böden nehmen Regenwasser auf, und Insekten bestäuben Nutzpflanzen in Hausgärten. Diese sogenannten Ökosystemleistungen funktionieren allerdings nur, wenn die Natur im Siedlungsraum intakt ist.

Städte als Lebensraum für Wildtiere

Städte und Siedlungen sind vom Menschen geprägte Lebensräume. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt ein überraschend reiches Tierleben. In Zürich etwa brüten rund 100 Vogelarten und somit die Hälfte aller Brutvogelarten der Schweiz. Im Winter kommen zusätzlich rund 130 Arten hinzu, die hier überwintern oder auf dem Zug Rast machen. Auch etwa die Hälfte aller heimischen Säugetier-, Reptilien- und Amphibien-Arten leben in der Stadt Zürich. Dieser Artenreichtum ist kein Zufall, denn Siedlungen bieten eine grosse Vielfalt an Lebensräumen. Alte Parkanlagen, Gärten, Friedhöfe, Brachflächen und Gewerbeareale schaffen ein kleinräumiges Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen, das oftmals eine höhere Biodiversität aufweist als die intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiete.